Vergleich zwischen Wasserbett und Schaumstoffmatratze

Derzeit kursiert eine Meldung durch das Internet, dass Wasserbetten doch nicht das gelbe vom Ei sind. Nebst vielen wirklich guten Vorteilen sollen einige gravierende Nachteile die Entscheidung “pro Wasserbett” sehr stark negativ beeinflussen.

Doch was ist dran?

Ich möchte an dieser Stelle die Vorurteile bzw. Gerüchte ggü. Wasserbetten besagter Meldungen näher betrachten und verlässlich entkräften.

Vorurteil: Höhere Kosten im Vergleich zum herkömmlichen Bett

Wasserbetten sollen hohe Anschaffungskosten haben und zudem etliche Folgekosten verursachen. Strom, Wasser, Konditionierer und Versicherung sollen erhebliche Kosten mit sich ziehen.

Doch stimmt das auch?

Hohe Kosten für ein Wasserbett ist ein Vorurteil

Ein Wasserbett kostet weniger als ein herkömmliches Bett

Vorurteil 1: Hohe Anschaffungskosten

Ein komplettes Duales Wasserbett in 180x200cm (Doppelbett) mit je zwei unabhängigen Matratzen und Heizungen kostet bei uns ohne Montage 1.181,00 EUR. Wenn das Wasserbett geliefert wird, kann es sofort aufgebaut werden. Es benötigt nicht unbedingt einen zusätzlichen Bettrahmen. Sie bekommen also ein komplettes, benutzfertiges Doppelbett für knapp 1200 EUR auf dem Sie auch noch himmlisch schlafen werden!

Schauen wir uns ein vergleichbar gutes herkömmliches Bett an. Um annähernd ähnliche Schlafeigenschaften im Vergleich zu einem Wasserbett zu bekommen, sollten Sie schon in viskoelastische Matratzen investieren. Gute viskoelastische Matratzen fangen in der Regel bei 500 bis 700 EUR pro Bettseite an.
Selbst, wenn Sie auf den Schlafkomfort einer viskoelastischen Matratze verzichten wollen und sich eine von TEST ausgezeichnete gute herkömmliche Matratze kaufen, liegen Sie preislich gar nicht viel tiefer. Pro Bettseite fallen auch hier mindestens 400 EUR an.

Rechnen wir mit diesen 800 EUR weiter. Auf zwei Matratzen kann noch niemand schlafen. Ein Bettrahmen muss her, egal ob schön oder billig. Die Lattenroste müssen Halt haben. Rechnen wir für einen Bettrahmen mit utopischen 200 EUR für ein 180x200cm Doppelbett. Macht bis jetzt also eine Summe von 1000 EUR.

Jetzt fehlen noch die Lattenroste. Hier sollten Sie auch nicht sparen und lieber bessere Lattenroste kaufen, da sie einen entscheidenden Einfluss auf die Liegequalität haben. Aber gehen wir auch hier von den günstigsten vertretbaren nicht verstellbaren Lattenrosten aus. Solche kosten midestens 80 EUR pro Seite.

Macht zusammen 1160 EUR für ein noch günstiges herkömmliches Doppelbett.

Glauben Sie immer noch ein Wasserbett sei teuer in der Anschaffung?

Matratzenerneuerung und Hygiene

Die Hersteller von herkömmlichen Matratzen empfehlen die Matratze nach 4 Jahren auszutauschen, da sie ihre tragenden Eigenschaften verlieren und “durchliegen”.
Zudem schwitzt ein Mensch während der Nacht 1 – 1,5l Flüssigkeit aus. Das sind im Jahr 500l, die in die Matratze wandern. Nach 4 Jahren ist eine Matratze also total “versifft”. Ein regelrechtes Paradies für Milben und Bakterien.
Ein Wasserbett hingegen ist sehr hygenisch, da die Matratzenbezüge waschbar und die Wasserbett Matratzen Vinylfolie abwischbar sind. Somit ist ein gut gepflegtes 12 Jahre altes Wasserbett genauso sauber wie am ersten Tag. Die Trageigenschaften des Wassers bleiben ebenfalls über die gesamte Lebensdauer eines Wasserbettes gleich. Der Liegekomfort eines Wasserbettes ist also nach 12 Jahren noch der gleiche wie beim Kauf.

Vorurteil 2: Wasserkosten

Ein Wasserbett muss im Idealfall nur einmal mit Wasser befüllt werden. Solange Sie nicht umziehen oder das Wasserbett umstellen wollen, verbleibt das eingefüllte Wasser immer im Wasserbett.
Dabei werden in ein 180x200cm großes Doppelbett ca. 500 Liter Wasser eingefüllt, die in Deutschland inklusive der Abwassergebühr nur ein paar wenige Euro kosten (In Deutschland ist das Wasser leider nicht so viel Wert, wie es sein müsste).

Wasseraufbereitung

Das Wasser wird dabei durch die jährliche Zugabe eines Konditionierers keimfrei und sauber gehalten. Die Kosten für den Konditionierer betragen jährlich gerade mal 2 x 12,90 EUR für hochwärtige oder 2 x 2,50 EUR für normale Konditionierer.

Vorurteil 3: Hohe Stromkosten fürs Wasserbett

Ein Wasserbett verbraucht Strom, keine Frage!
Im Durchschnitt liegen die Kosten für ein Doppelbett in 180x200cm bei etwa 100 EUR im Jahr. Ein Teil dieser Zusatzkosten entfällt jedoch, da das Schlafzimmer nicht mehr geheizt wird.

Davon ab, sollten Sie mal einen Wasserbettschläfer fragen, ob ihm die 100 EUR im Jahr für die wohltuhende und entspannende Wärme im Wasserbett zu schade sind!

Vorurteil 4: Elektrostatische Aufladung des Wasserbetts

Ein Wasserbett kann sich bei korrekt funktionierenden Heizungen nicht elektrostatisch aufladen, während ein herkömmliches Bett sich aufladen kann. Dazu haben wir hier mehr Infos gesammelt.

Wer jegliche Form einer Aufladung vermeiden möchte, kann sich einen Matratzentopper mit Silberfäden zu seinem Wasserbett dazu bestellen. Hier werden nebst antibakteriellen Eigenschaften des Silbers jegliche Energien an dem Vinyl vorbei zum Sockel weitergeleitet.

Vorurteil 5: Elektrosmog durch Wasserbett Heizung

Wasserbettheizungen sind heutzutage so gut wie alle sehr strahlungsarm. Heizelement sowie die Netz- und Steuerleitung sind gegen elektrische Felder abgeschirmt. In diesem Artikel haben wir dazu mehr Infos gesammelt.

Wer jedoch eine komplett Potentialfreie Schlafunterlage wünscht, kann sich für eine digitale Wasserbettheizung mit Netzabschaltung und Timer-Funktion entscheiden. Diese trennt in der Nacht die gesamte Heizung und Steuerung vom Netz. Der Temperaturabfall des Wassers ist während dieser kurzen Zeitspanne vernachlässigbar.

Vorurteil 6: Schadstoffabgabe durch die Kunststoffhülle

Bei guten Wasserbetten bestehen sowohl die Matratzenfolie, als auch die Schaumkeile aus Öko-Tex zertifizierten Materialien. Dieses Zertifikat garantiert eine geringe Schadstoffabgabe. Die Wasserbett Vinylfolie ist also so schadstoffarm, dass aus ihr bedenkenlos Schnuller hergestellt werden dürften.

Zudem liegt um den Wasserbettkern (Schaumstoffrahmen, Matratze und Sicherheitswanne) ein Matratzenbezug aus Baumwolle. Das macht ein Wasserbett absolut vergleichbar mit einer herkömmlichen Matratze, die im Kern ebenfalls aus Schaumstoff besteht.

Vorurteil 7: Stockfleckenbildung durch Kondenswasser

Durch inkorrekte Durchlüftung des Bettes können auch in normalen Betten Stockflecken entstehen – egal ob herkömmliches Bett oder Wasserbett.
Bei korrekter Handhabung verdunstet das Kondenswasser durch die Wärme im Wasserbett sogar schneller als in herkömmlichen Betten. Sie brauchen ein Wasserbett also nicht so lange durchlüften wie ein herkömmliches Bett.

Vorurteil 8: Dauerhafte Wärmezufuhr schadet dem Körper

Es gibt spezielle Wasserbetten für Wärmeanwendungen im Wellness- und Gesundheitsbereich wie Massagepraxen, Bädern und Thermen. Diese Wasserbetten werden häufig stark erwärmt um schneller zur Entspannung von Muskulatur und Gewebe zu führen.

Ein gewöhnliches Wasserbett für das häusliche Schlafzimmer wärmt den Körper dagegen nicht auf. Vielmehr verhindert die eingestellte Temperatur des Wassers nur einen unerwünschten Wärmetransfer vom Körper an das Wasser. Sonst würde der Körper auch auskühlen. Wasserbettschläfer stellen sich das Wasserbett selbst auf ihre Idealtemperatur ein um nicht zu frieren, aber auch nicht zu schwitzen.

Die Idealtemperatur beträgt an der Oberfläche der Matratze in der Regel zwischen 26 °C bis 28 °C. Dafür muss die Wasserbetten-Heizung selbst (je nach Heizleistung, Raumtemperatur, Matratzendämmung und Jahreszeit) auf über 30 °C eingestellt werden. Das Bett gibt nämlich Wärme an den Raum ab, da dieser wesentlich kühler ist.

Schauen wir doch mal was passiert, wenn wir uns in ein normales Bett legen. Wir decken uns zu, damit die Luft zwischen der Bettdecke und der Matratze (Luftpolster) und die Decke sowie Matratze sich auf Körpertemperatur von ca. 36 °C erwärmen — sonst würden wir frieren. Ist die Decke optimal, bleibt diese Temperatur konstant, ohne dass der Körper viel Energie ins wärmen oder kühlen stecken muss.

Im Wasserbett passiert nichts anderes, nur müssen wir die Luft, Bettdecke und Matratze nicht mehr erwärmen.

Letztendlich schlafen wir sowohl in Wasserbetten als auch in normalen Betten bei der gleichen Temperatur.

Das Wärmegefühl im Wasserbett entsteht nur, weil der Körper bei Kontakt mit dem Bett keine Wärme an die Matratze abgeben muss (die Matratze also nicht aufheizen muss) und so sich selbst besser warm halten kann. Es ist vergleichbar mit dem Effekt, wie wenn man sich auf eine Isomatte oder eine Styroporunterlage legt. Hier meint man auch eine wohlige Wärme von unten zu spüren, doch die Isomatte reflektiert nur die eigene Körperwärme und gibt sie nicht an den Boden weiter.

Wenn dieses Vorurteil stimmen würde, dann wären jegliche Formen von Heizungen oder Kühlungen ebenfalls schädlich. Wer seinen Wärmehaushalt im reinen Selbsttakt halten möchte, dürfte im Winter auch keine Heizung im Raum andrehen, sondern sich nur in dicke Wolldecken hüllen. Aber jede Dämmung und damit auch Kleidung haben den gleichen Effekt wie ein Wasserbett. Sie vermindern den direkten Temperaturunterschied zwischen zwei Körpern. Mehr nicht.

Abschließend möchte ich noch aus einer Abschlussarbeit zur Altenpflegerin von Simone Häußer ein paar Sätze zur Körpereigenen Klimaanlage zitieren:

Wie wird Körpertemperatur konstant erhalten?

Der Mensch hat zwei Körpertemperaturen: die Kerntemperatur von 37,5 Grad, die im Gehirn und den inneren Organen herrscht, und die Temperatur der Körperschale von 36,5 Grad. Um diese Temperatur konstant zu halten, wird sie durch Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark permanent gemessen. Die Zellen senden Signale an das vegetative Nervensystem, das die Produktion von Wärme und den Wärmeaustausch mit der Umgebung steuert. Dies ist gewissermaßen der Thermostat unseres Körpers.

Produziert wird die Körperwärme durch Verbrennung von Nahrungsmitteln. Jeder Nahrungsbestandteil, also Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette, hat einen so genannten biologischen Brennwert, der für die Produktion der Wärme, aber auch Bewegungsenergie nötig ist. Dabei verbrennt der Körper genau so viel von der Nahrung, wie er zur Energieproduktion benötigt. Die übrigen Nahrungsbestandteile werden eingelagert.

Der Wärmeaustausch erfolgt über das Blut und das Gewebe zwischen Körperkern und Körperschale. Die erzeugte Wärme wird dabei von innen nach außen transportiert. Der Körper steuert den Transport des Blutes z.B. dadurch, dass die Gefäße geweitet und verengt werden. Über die Haut wird Wärme abgestrahlt. In dem Maße, in dem wir unsere Haut bedecken, z.B. indem wir uns war anziehen, sinkt die Wärmemenge, die abgegeben wird. Die vor allem bei Kälte wichtig ist. Bei einer Außentemperatur, die über der Körperschalentemperatur liegt, schwitzen wir, sodass die abgegebene Wärme verbraucht werden kann, um den Schweiß zu verdunsten.

Hier geht es zum ersten Teil unserer Serie: Vorurteile gegenüber Wasserbetten. Teil 1

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